Kreuzotter-Etappe

Zum Start der neunten Etappe ging es am Sonntag, den 20.07.2025, mit der S-Bahn nach Regis-Breitingen. Zusammen mit einer Familie die in die JVA wollte. In Regis, hier startete ja die achte Etappe, fuhr zwanzig Minuten später, genau 12:00 Uhr, ein PlusBus nach Lucka zum Busplatz. Dort lief ich erstmal zum Cafe Nocheinmal und startete die Komoot-Navigation. Es sollte wieder eine Hitze-Etappe werden.

Ab 1903 produzierte die Leipziger Wellpapierfabrik Gräßle, Laupitz und Co. in Lucka. Die Firma überlebte zwei Weltkriege und die Treuhand. Der Wanderweg führte nun zum Luckaer Markt mit der Stadtkirche Sankt Pankratius, und dem Wettiner Brunnen aus Würzburger Muschelkalk. Bekanntester Sohn der Stadt ist der Abenteurer Laurentius Rinhuber, der es durch ganz Europa schaffte, bis sich seine Spuren um 1685 verlieren.

Am Ende ging es an einem Deich der Schnauder zu einer Brücke. Diesmal war auch wirklich eine Brücke da. Der Wanderweg führte nun parallel zur Schnauder nach Sachsen. Dort war dann ein geologischer Lehrpfad mit 186 Findlingen die das Eis in der Eiszeit mitgenommen und abgelagert hatte. Sie stammen aus den umliegenden Tagebauen. Es waren meist verschiedene Arten von Granit. Am Ende des Weges ein Gedenkstein für den Hohendorfer Schmied Alfred Schneider.

Der Wanderweg führte nun bergab nach Hohendorf, überquerte den Mühlgraben und führte dann weiter zur Wassermühle Berndorf, auch Neuseenmühle genannt, die erstmals 1534 erwähnt wurde. Dort war dann auch ein Stempelkasten. Das Cafe hat 2025 leider geschlossen, wie ein Schild verkündete. Dann ging es wieder zurück und bergauf, an der Hohendorfer Dorfkirche (romanisch und in spätgotischer Zeit erweitert) vorbei zur Kippenstraße.

An ein paar Hohendorfer Häusern vorbei ging es dann über einen Trampelpfad quer durchs Feld und mit einem großen Hacken nach Oellschütz und dann weiter nach Langenhain. Der Weg führte nun über eine Straße, den Leichenweg, nach Westen. Nun, diese Etappe war etwas straßenlastig. Der zweite Teil des Leichenweges war dann ein Single-Trail durch den Wald. Dann ging es wieder nach Süden. Der Weg umrundete nun fast den Groitzscher See, ein Tagebaurestloch, welches noch bis 2030 geflutet werden soll.

Den See bekam ich nicht zu Gesicht, überall Betretungsverbot. Dafür gab es Brombeeren, einige waren schon reif und wanderten in den Mund. Dann ging es nach Westen, auf einem sehr schlechten Kiesweg, gernau an der Landesgrenze von Sachsen zu Sachsen-Anhalt. Einen halben Kilometer südlich ist auch das Dreiländereck von Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Ich machte am videoüberwachten Eingang einer Windkraftanlage eine Pause, schüttelte die Schuhe aus und beobachtete die Propeller über mir.

Bei Temperaturen um 30°C ging es nun weiter auf der endlosen Straße in Richtung Auligk. Nach eineinhalb Kilometer bog der Wanderweg nach Norden ab. Dort wurde es mal etwas schattig. Nach einem weiteren Kilometer ging es wieder nach Westen und endlich gelangte ich nach Löbnitz-Bennewitz. Hier verbrachte Ulrike von Levetzow ihre Kindheit (geboren wurde sie in Leipzig), was ihr einen Wanderweg, eine Schautafel und eine Stieleiche einbrachte. So ist das, wenn sich Promis verlieben. Geheiratet hat sie Goethe nicht.

Mir lief die Brühe herunter und so hoffte ich an der Elster eine Gelegeheit der Erfrischung zu finden. Dies ergab sich am Elsterwehr. Endlich das Salz von der Haut spülen. Quer durch die Elsteraue führte der Weg nun nach Profen. Dort wartete am Dorfplatz ein weiterer Stempel. Die dortige Gaststätte hatte aber schon zu. Auf dem Weg zum Bahnhof konnte ich aber noch ein Softeis und eine Flasche Himbeer-Limo kaufen.

Am Bahnhalt in Profen musste ich mich mal ein bisschen hinlegen, denn ich hatte noch 40 Minuten bis zum Zug, eine bekannte Regionalbahn, der dort stündlich in Richtung Leipzig fährt. Mit der RB 22 bin ich schon zweimal in diesem Jahr gefahren. Auch im Zug musste ich ans Waschbecken, denn die Brühe lief. Irgendwann geht es dann mit der zehnten Etappe weiter, der Mufflon Etappe.

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