Paderborn (2026)

Schritt für Schritt – Paderborn
Am 31. Januar 2026 gab es einen Wandermarathon von „Schritt für Schritt“. Die Anreise nach Paderborn am Vortag war etwas schräg. Der ICE hatte 20 Minuten Verspätung, in Paderborn stieg ich in den falschen Bus und im Hotel machte niemand auf. Aber alle Probleme ließen sich lösen. Auch die angekündigte Hotel-Party war nicht ganz so laut. Mehrere Teilnehmer des Marsches wohnten im selben Hotel.

Am Starttag ging es nach einem opulenten Frühstück zum Start, einem Wohnmobil-Parkplatz am Lippesee. Da das Hotel auf der Strecke lag, probierte ich am neuen Outdoor-Handy die Komoot-Navigation aus. Zur Anmeldung gab es neben dem Startbändchen einen Stoffschlauch, den man als Schal oder Mütze benutzen kann. Der Start- und Zielbogen hatte am Morgen Luft gelassen und wurde wieder eingepackt.

Nils, von „Schritt für Schritt“, erzählte vor dem Start von den aktuellen Änderungen bei der Strecke. Da ich ja zu den Leuten gehöre, die auf Abweichungen von Komoot und Ausschilderung allergisch reagieren, hat mir gefallen, wenn ich das vorher gesagt bekomme. Kurz vor 9 Uhr ging es dann los. Meine Komoot-Navigation sprang aber erst nach 300 Metern an. Das lag vermutlich daran, dass meine Internet-SIM-Karte kein Netz fand und die Satelliten hinter der dichten Wolkendecke waren.

Erstes großes Highlight der Strecke war dann das Schloss Neuhaus im sogenannten Zweistromland (zwischen Alme und Lippe). In die Lippe fließt dort auch die Pader, die in Paderborn entspringt – wie der Name der Stadt schon sagt. Das Schloss hat eine sehr wechselvolle Geschichte. Nach dem zweiten Weltkrieg war es britisch besetzt, wurde dann an den Bund übergeben und später von der Stadt gekauft.

Danach ging es entlang der Pader in Richtung Paderborner Innenstadt. Der Pader-Wanderweg ist der kürzeste Wanderweg Deutschlands, den die Pader hat von den 200 Quellen in der Paderborner Innenstadt, bis zum Zusammenfluss mit der Lippe, nur vier Kilometer. Ab dem Paderwall folgten wir der Dammpader, dann der Dielenpader und umrundeten das offizielle Pader-Quellgebiet. Hier sprudeln mehrere tausend Liter Wasser pro Sekunde.

Dann ging es direkt weiter zum Hohen Dom zu Paderborn, der im wesentlichen aus dem 13. Jahrhundert stammt. Vorher ging es noch an der Abdinghofkirche vorbei. Wir liefen dann durch einen Kreuzgang des ehemaligen Domklosters hindurch. Auf der Komoot-Karte soll hier ein Friedhof sein. Sehr interessant, dass eine längere Wanderung immer an einem Friedhof vorbeiführt und eine Autobahn überquert. Eine Wandertour durch ein Kloster hatte ich aber noch nicht.

Nach 14 Kilometern folgte dann der VP 1 auf dem Sportgelände der Universität Paderborn. Dieser war Indoor, aber schon ziemlich voll, so dass ich mich einfach mit einem leckeren Stück Kuchen vor die Tür setzte. Die Thermosflasche mit dem mitgebrachten lauwarmen Iso-Getränk wurde auch fast leer. Nach einigen Minuten ging es dann auch schon weiter.

Bisher ging es recht zügig mit 5,6 km/h im Durchschnitt voran, obwohl der Weg ziemlich glatt war. Auf den folgenden Kilometern lies das deutlich nach. Es ging auf einer festgetretenen Schneedecke weiter, wobei die Schuhe immer mit anderem Winkel auftraten. Das war ein bisschen besser, als der glatte Weg bisher. Nächstes Highlight das Schloss Hamborn.

Hier gibt es eine Rudolf-Steiner-Schule und außerdem einen steilen Abstieg auf einem Trampelpfad. Danach ging es natürlich wieder aufwärts. Am Ende der Tour hatte ich über 500 Höhenmeter auf Komoot. Vermutlich waren das aber weniger, denn die anderen Wanderer hatten so 270 Höhenmeter. Danach folgte allerdings der schwierigste Teil der Strecke. Ein kleiner völlig verschlammter schmaler Pfad der den Berg abwärts führte. Keine Ahnung, wie ich da runter kam, ohne mich in den Schlamm zu legen.

Dann ging es relativ moderat nach Kirchborchen zum VP 2 an der Sportanlage der Sekundarschule Borchen. Dort gab es einen Kaffee und Jogurt. Auch hier setzte ich mich mal kurz hin. 26 Kilometer rum. Durchschnittsgeschwindigkeit jetzt bei 5 km/h. Nun ging es auf den Rückweg in Richtung Paderborn-Sande. Leider fing es an zu regnen. Ich setzte die Kapuze meiner Gemyse-Jacke auf. Dadurch wurde es leider auch richtig warm.

Letzte Highlight auf der Strecke war dann ein Lost Place: Nixdorf. Der Paderborner Computerhersteller, der in den 1970er Jahren auch mal Marktführer in Deutschland war, hatte in den Auen der Alme zahlreiche Gebäude errichtet. Gleich darauf folgte der Ahorn-Sportpark, den wir Wanderer durchqueren durften. Das folgende Industriegebiet war dann nicht so der Brüller, aber größtenteil waren die Fußwege nun gut begehbar.

Auf dem weiteren Weg wurde es nun sehr ampellastig. Der Wanderweg ging nun durch Elsen. Da war ich am Vortag mit dem Bus durchgefahren. Ich wurde nun auf den letzten Kilometern wieder etwas schneller. Schließlich gelangten wir zur Staumauer des Lippesees und einen Kilometer später ins Ziel. Am Ende fotografierte ich nur noch die Schilder. Im Ziel war ich nach über 8 Stunden. Es gab eine sehr schöne Medaille, eine Urkunde und ein alkoholfreies Bier. Ich machte mich dann auf den Rückweg zum Hotel.

Ein sehr schöne Veranstaltung, gut organisiert, auf einer größtenteils sehr schönen Strecke. Das Komoot-Tracking mit dem neuen Outdoor-Handy war leider nicht so toll. Unterwegs gab es eine Ausreisser-Messung mit einer Geschwindigkeit von 165 km/h. Außerdem war am Ende die Zeit in Bewegung und die Gesamtzeit diesselbe. Dafür war der Akkustand nach mehr als 8 Stunden Komoot mit Sprachausgabe bei 79%.

Der Rückweg nach Leipzig am folgenden Tag war dann wieder etwas anstrengend. Der IC nach Leipzig fiel komplett aus. Ich fuhr dann erst ab 14:41 mit einem ICE und kriegte da tatsächlich noch einen Sitzplatz. Da ich wegen dem nur stündlich fahrenden Bus eh schon eine Stunde zu früh am Paderborner Hauptbahnhof war, saß ich dann drei Stunden bei Bäcker Lange und bestellte ab und zu Puddingbrezeln und Kaffee. Gegen 18 Uhr war ich dann zuhause.

Videos gibt es von Thomas kann, Der Wanderkoch, Dr. Urbex, Arosarithe und Buttermütze.

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