Am 1. Januar 2026 startete ich zur ersten Seeumrundung im Rahmen der Iron Lake Challenge Sachsen-Anhalt. Das bedeutet, die zehn größten Seen von Sachsen-Anhalt zu Fuß zu umrunden. Die Hälfte der zehn Seen erreicht man von Leipzig aus mit der S-Bahn. Erster See war der Gremminer See, den viele aber eher als Ferropolis-See oder Splash-See kennen.



Von Leipzig kann mit direkt mit der S-Bahn S2 hinfahren (Richtung Wittenberg), oder mit der S2 (Richtung Dessau) und der S8 mit Umstieg in Bitterfeld. In Bitterfeld gibt im Bahnhof auch zum Neujahr Frikadelle und Donuts. In Gräfenhainichen gibt es eine Bahnhofsgaststätte, da war ich aber nicht drin. Über diese Bahnstation erreicht man übrigens auch den Gröberner See.



Die Strecke habe ich mit trackbook.online direkt ab der Bahnstation geplant. Am Ende sind es dann 14,5 Kilometer geworden, ohne relevante Höhenmeter. Vom Bahnhof kommt man über Bahnhof- und Rathenaustraße nach zweieinhalb Kilometern direkt zum See. Besucher des Splash-Festivals kennen den Weg. Am See kommt man recht zum Stadtbalkon (ein Aussichtspunkt). Ich bin allerdings nach links in Richtung Ferropolis.



Um den See herum führt ein Seerundweg. Vom Stadtbalkon bis zur Ferropolisstraße gibt es Kunst am Wegesrand. Die Skulpturen wurden seit 2004 bis heute von Schülern der Ferropolis-Schule in Gräfenhainichen im Rahmen des Kunstunterrichts entworfen und gestaltet. Ein weiteres Highlight ist dann die Rote Büchse. Da können sich Wanderer bei Regen hineinsetzen und auf den See gucken. Es hat aber nicht geregnet und angesagt war eigentlich Schnee. Den gabs auch nicht.



Dafür wehte ein eiskalter Wind. Ich war mit der Winter-Ausrüstung unterwegs, also Gemyse-Wanderjacke und ein Nebulus-Pullover. Da habe ich eher geschwitzt und musste ab und an die Jacke lüften. Dann hätte ich auf die Halbinsel mit der Stadt aus Eisen abbiegen können. Die Tagebaugroßgeräte sind äußert sehenswert und haben interessante Namen: Big Wheel, Mad Max, Mosquito, Gemini und Medusa.



Auf die extra drei Kilometer hatte ich aber keine Lust, denn ich war schon oft genug dort. Zum Splash war ich hier 2011 bis 2015 und zur Kreuzfahrt auf dem Europaradweg R1. Neben dem Splash gibt es hier auch noch das Macher-Festival, das Hive, das Whoole, die Pyro-Games und früher noch das Melt. Auf der Ferropolisstraße war ein Schild für das Parken zum Neujahrswandern. Davon wusste ich nichts, habe aber ein paar Wanderer gesehen.



Nun ging es also weiter auf dem Rundweg. Dort wartete ein Wasserlauf mit einer Brücke ohne Wasser. Vielleicht ist dies ein See-Abfluss. Auf der Sat-Karte führt der wasserlose Bach zum Mühlgraben. Zufluss hat der Gremminer See keinen. Geflutete wurde hier seit 2000 der Tagebau Golpa-Nord mit Wasser aus der zwölf Kilometer entfernte Mulde (per Rohrleitung). Die LMBV ist inzwischen nicht mehr Eigentümer des Sees, sondern die Blausee GmbH. Diese gehört wie Blauforst und Blauwasser zu Merckle.



Ich habe nicht versucht, dem toten Hasen die Bilder zu erklären. Der folgende Weg war etwas langweilig, aber letztendlich hat man noch eine schöne Aussicht auf die Halbinsel und Ferropolis. Dann war der geplante Wanderweg leider mit Betreten-verboten-Schildern versperrt. Nach kurzem Überlegen blieb ich dann auf dem Rundweg, der zu einem vereisten roten Sandweg wurde. Vermutlich ein Kilometer mehr. Komoot beschwerte sich bitterlich. Dann kamen die Schafe in Strohwalde und ich bog nach Gräfenhainichen ab.



Es ging kurz an der B100 entlang, dann auf einer Straße ohne Fußweg zum Vorstadtteich, dann durch den Hain zum Wasserturm und weiter direkt zum Bahnhof. Leider hatte sich der 10-Minuten-Umweg doch als sehr ungünstig erwiesen, den der stündliche Zug war fünf Minuten eher gefahren. Also musste ich 55 Minuten am Bahnhof warten. Dann ging es mit der S8 nach Bitterfeld und mit dem RE13 nach Leipzig. Das Warten am Bahnhof erinnerte mich an alte Splash-Tage.



Am Ende waren es 14,5 Kilometer in 2:45 Stunden, also 5,2 km/h. Weitere Seenumrundungen gibt es in der Übersicht der Iron Lake Challenge Sachsen-Anhalt. Der Anzeigenhauptmeister war nicht zu sehen.
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