Mammutmarsch Leipzig (2026)

Mammutmarsch Leipzig 2026
Mein fünfter Mammutmarsch fand zuhause in Leipzig statt. Leider hatte ich am Vortag Spätdienst und mir daher eine sehr späte Startzeit rausgesucht. Startgruppe 10 um 8:30 Uhr. Auch war ich diesmal auf 55 Kilometern unterwegs und nicht auf 30 wie bei meinem ersten Mammutmarsch vor einem Jahr in Leipzig. Die anvisierte Zielzeit daher etwa 11 Stunden. Angesagt war schönes Sonnenwetter, mit Temperaturen von 7 bis 17°C.

Ansonsten mein sechster Marsch mit 50 Kilometern und mehr. Mein letzter Marsch mit 55 Kilometern war allerdings Anfang November 2025 in Nürnberg, also vor vier Monaten. Bei einem Testmarsch um den Muldestausee am Anfang der Woche, merkte ich dann auch, dass die Kondition nicht ganz so gut war. Früh ging es erstmal zum Check-In an der Pferderennbahn. Lange Schlange, aber es ging recht zügig voran. Zehn Minuten vor dem Start war ich schon im Startkanal.

Nach dem dreifachen „Mammut“ – „Marsch“ ging es auch schon los. Derweilen zog ein Ruderboot vorbei. Gleich nach zweihundert Metern trennten sich die Strecken und die 30- und 42-Kilometer-Wanderer bogen nach links ab. Es ging nach Norden am östlichen Ufer des Elsterflutbeckens entlang. Erstes Highlight das Stadion von RB Leipzig. Dort standen schon die Ordner für ein Spiel gegen Augsburg.

Es ging weiter nach Norden. Wir überquerten die Weiße Elster und folgten der Neuen Luppe auf dem Radweg in Richtung Halle. Nach dem Nahleberg erreichten wir bei Kilometer 5 den Auensee und sahen den VP 1 am Ufer, liefen aber daran vorbei, um eine 10-Kilometer-Schleife zu absolvieren. Wir folgten der Luppe einen weiteren Kilometer und bogen dann nach rechts ab. Hier zog ich die Fleece-Jacke aus und wanderte im T-Shirt weiter.

Der gut ausgeschilderte Wanderweg führte nun zur Elster, wo wir an einem Mühlgraben auf die Mühle Stahmeln trafen. Dort wird seit hunderten Jahren Korn gemahlen. Die sichtbaren Gebäude sind von 1912, heute werden sie als Wohnanlage genutzt. Korn wurde bis 2012 gemahlen. Wir folgten nun der Halleschen Straße und erreichten Lützschena, den nordwestlichsten Stadtteil von Leipzig. An der S-Bahnstation Leipzig-Lützschena folgte dann das 10-Kilometer-Schild.

Nun folgten wir der Bahnlinie zur Bahnstation Leipzig-Wahren. Dann erreichten wir im Süden den Eisenbahn-Viadukt Wahren. Der gelbe Klinkerbau wurde 1915 errichtet, als durch den Bau des Leipziger Hauptbahnhofes und der beginnenden Verstaatlichung der Bahnverkehr neu geordnet werden musste. Bis hierhin wanderten die 55er in einer größeren Gruppe mit fast 6 km/h. Nun wurde es etwas langsamer, auch holten wir die vorherige Startgruppe ein.

Nach 15 Kilometern erreichten wir wieder den Auensee, wo im Biergarten des Hauses Auensee der VP 1 eingerichtet war. Die VPs waren übrigens insgesamt sehr gut, allerdings war die Verteilung auf der Strecke nicht ganz so schön. Vielleicht empfand ich das auch nur, weil ich früh aus Zeitgründen das Frühstück weglassen musste. Es gab eine Waffel und Gewürzgurke. Außerdem füllte ich die Wasserflaschen auf.

Die nächsten fünf Kilometer ging es durch den Leipziger Auwald. Es wurden zwei Eisenbahnlinie unterquert. Außerdem gab es den Platz des SV West 03 mit Mädchenfußball, das Motodrom Leipzig und letztendlich das Trainingszentrum von Red Bull Leipzig am Cottaweg. Vorsicht, freilaufende Bullen! Dort waren dann auch 20 Kilometer erwandert. Dann ging es in den Palmengarten. Vorher passierten wir das Haus, aus dem Robert Capa die Fotoreihe „Last man to die“ (veröffentlich im Life Magazine), knipste.

Nun führte unser Wanderweg weiter an der Schule am Palmgarten und der Heilandskirche zum Karl-Heine-Kanal. Der Leipziger Industriepionier legte den nie zuende gebauten Kanal an, um Leipzig mit dem Meer zu verbinden. Hier wurde zu Zeiten der Leipziger Olympiabewerbung ein Rad-/Gehweg gebaut. Es wurde etwas voll, weil uns die 42er Mammuts entgegenkamen und sich zwischendurch die Radfahrer quälten. Über dem Kanal ein 100-Meter-Line vom Stelzenhaus zur Weißenfelser Brücke: Slackline zum Zugucken. Ich machte eine kleine Pause am Wegesrand und trank etwas Wasser.

Nun führte uns der Weg an Liebfrauenkirche Lindenau und dem Plagwitzer Bahnhof zum Bürgerbahnhof Plagwitz. Dort wurde auf einem ehemaligen Bahngelände ein Grünstreifen angelegt. Dort liefen wir auch am Bauspielplatz „Wilder Westen“ vorbei. Gleich danach gab es den obligatorischen Friedhof. Nach 27 Kilometern gab es dann den VP 2, direkt in der Leipziger Radrennbahn. Als Kind habe ich hier die legendären Steher-Rennen auf dem Spezial-Beton gesehen.

Hier gab es Kartoffelsuppe und auch die Flaschen wurden aufgefüllt – da stand allerdings eine Schlange. Ich suchte mit einen Platz im Schatten und lüftete mal die Schuhe. Leider gab es nun auch das psychologische Down. Erst ganz in den Norden gelaufen, dann wieder ganz in den Süden und erst die Hälfte geschafft. Dann ging es irgendwann weiter. Über Großzschocher an den Cospudener See und dann nach Markkleeberg, das nicht mehr zu Leipzig gehört.

Dort wurde es wieder voll. Auf dem Seerundweg kamen Wanderer von vorn und Radfahrer von allen Seiten. Ich hatte vorher überlegt den VP 3 im Kees’schen Park zu überspringen, der nur 6 Kilometer nach der Radrennbahn erreicht wurde, lief dann aber doch hin, damit mir hinterher nicht wieder ein Kilometer fehlt. Pause mit Zitronentee und Gewürzgurke. Hier lies ich auch die Gruppe der fußballinteressierten Bayern hinter mir. Nächste Woche München.

Nun ging es auf dem Weg der vorjährigen 30-Kilometer-Strecke weiter: zum Wolfswinkel mit Wolfsichtungsdenkmal und Unterstellpilz, weiter am Forsthaus Raschwitz vorbei zur Pleiße, dort entlang zum AGRA-Park, weiter zum Torhaus Dölitz. Am Floraweg gab es 2025 einen Hund der jeden Wanderer anbellte. Dieses Jahr schlief der Hund. Vielleicht hat er sich auch einfach schon müde gebellt. Hier gab es übrigens ein paar Höhenmeter. Warum das Handy abschließend 600 Höhenmeter anzeigte ist mir übrigens rätselhaft.

Dann ging es weiter zum Dölitzer Schacht, wo früher Braunkohle im Tiefbau abgebaut wurde. Heute ist hier die Stiftung Bildung und Handwerk. Nun gab es wieder Grün: den Erholungspark Lößnig-Dölitz. An der Schäferei machte ich eine kleine Pause auf einer Park und unterhielt mich mit zwei Senioren, die am Wegesrand saßen und die vorbeiwandernden Mammuts anfeuerten. Dann ging es durch eine Kleingartenanlage zum Bruno-Plache-Stadion und weiter auf der Prager Straße.

Wir erreichten das Völkerschlachtdenkmal, wo ein Schild vorschlug doch zur Plattdorm hinaufzusteigen. Nein, danke. Ich bin immerhin den offiziellen Weg gelaufen, und die Treppen hinabgestiegen. Am See der Tränen vorbei auf die Straße des 18. Oktober, wo der vierte VP wartete. Das standen tatsächlich Volunteers und sperrten die vielbefahrene Straße. Hier gab es nochmal eine kurze Pause. Leider kein Foto, dafür hab ich das Schild für verwirrte Mammuts geknipst.

Die letzten zehn Kilometer ging es den Laternenweg entlang nach Marienbrunn, dann nach Lößnig und nach Connewitz. Am alten Rittergut vorbei führte der Wanderweg weiter zur Mühlpleiße und zur Pleißeaue. Durch den Auwald ging es dann auf der Neuen Linie nach Norden zum Elsterflutbecken, das auf einer Brücke überquert wurde. Irgendwo zwischendurch das 50-Kilometer-Schild, bei mir waren es allerdings 51 Kilometer.

Die Reststrecke führte dann den Nonnenweg entlang und dann auf einem Weg neben dem Klingerweg zum Karl-Heine-Denkmal. Von dort ging es am Elsterflutbecken zur Sachsenbrücke, dort auf die andere Seite und dann direkt zum Ziel. Einlauf nach 10:47 Stunden – bei 56,3km dann 5,2km/h. Mein neues Outdoor-Handy ist leider Schrott. Auch hier gab es keine Bewegungszeit und die Höhenmeter waren völlig unsinnig.

Im Ziel gab es eine Medaille (für 2026 wieder neu designt) und Stempel ins Mammut-Buch, einen 200-Kilometer-Patch und eine Urkunde. Ich holte mir eine Finisher-Cola und setzte mich nochmal kurz hin. Das es so anstrengend werden würde, hätte ich nicht gedacht – man sollte wohl nicht vier Monate mit den 50er Strecken pausieren. Dann ging es noch zwei Kilometer nachhause. In einer Woche geht es mit München weiter.
Videos gibt es von Steffen unterwegs, Jana Bieler, Thomas kann und Torsi geht wandern.

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