Nord-Marsch Essen (2026)

Am 11.4.26 startete ich zum Glück-Auf-Marsch Essen vom Veranstalter Nord-Marsch. Kurzfristig wurde die Streckenlänge noch von 42 auf 45 Kilometer geändert, da eine der Brücken über die Ruhr nicht passiert werden konnte. Am Vortag war ich mit einem ICE angereist und übernachtete in einem Hotel neben dem Essener Hauptbahnhof. Trotz ICE dauerte die Zugfahrt über 5 Stunden.

Zum Start gelangte ich mit der S-Bahn S6 bis Haltestelle Essen-Hügel. Diese liegt zu Füßen der Villa Hügel und wurde ebenfalls von einem der Krupps beauftragt. Bis zum Start an der Seaside Beach am Baldeney-See war es dann noch ein Kilometer zu Fuß. Dann merkte ich allerdings, dass ich die Trinkflaschen im Hotel gelassen hatte. Am Start gab es nur Glasflaschen, also erstmal nichts zum mitnehmen.

Nach einem Geburtstagsständchen für den gelben Thomas ging es dann kurz nach 9:00 Uhr los. Die letzte Stadtgruppe der 45er lief am Baldeney-See nach Westen. Der See ist der größte der sechs Ruhrstauseen. Zwei andere der Seen, den Hengstey- und den Harkort-See, hatte ich schon beim einem anderen Nord-Marsch. Hier gab es nun ein kleines Kanu-Rennsport-Trainingsrennen. Erinnerungen an alte Zeiten.

Wir erreichten dann das Stauwehr, welches mit einem Fischlift aufwartet. Das ist ein Fahrstuhl für Fische. Hier gelangten wir auf den Baldeney-Steig – einem höhenmeterintensiven Seerundweg. Aber nur ein paar Meter. Wir liefen über das Wehr auf die südliche Seite des Sees. Dort ging es direkt am See nach Osten. Die Startgruppe zog sich nun schon auseinander. Und dann waren auch schon 5 Kilometer gelaufen.

Von dieser Seite konnte man zur Villa Hügel sehen, es folgte ein „Haus am See“ und das Haus Scheppen. Hier ist ein bekannter Biker-Treff, wie die vielen Motorräder anzeigten. Es wurden zweimal Alternativ-Routen vorgeschlagen. Da hatte ich aber keine Lust auf Höhenmeter, denn bei Nord-Marsch muss man mit dem Schlimmsten rechnen. Am Wegesrand gab es noch einen geologischen Aufschluss und die Gleise der Hespertalbahn.

Über die Bahnstrecke wurde früher Erz abtransportiert. Heute fährt manchmal eine Museumsdampflok gemütlich mit 15 km/h auf der Strecke. Wir gelangten nun zum Heisinger Bogen, wo der Stausee eine große Kurve macht. Die Wanderrichtung wechselte von Südost auf Nord. Hier war nun auch die gesperrt ehemalige Eisenbahnbrücke Kupferdreh. Das Industriedenkmal ist seit Januar 2026 gesperrt und muss erneuert werden.

Am anderen Ufer war schon der VP 1 zu sehen, wir liefen aber weiter am Bahnhof Kupferdreh vorbei zur Kampmannbrücke und auf der anderen Seite der Ruhr zurück zum Restaurant See-Bar. Vorher gab es noch das 10-Kilometer-Schild und eine Stempelstelle. Hier gab es ein Fischbrötchen. Das Spiegelei-Weißbrot habe ich nicht probiert. Wegen der vergessenen Trinkflaschen trank ich daher zwei große Becher. Ich überlegte den Fleece-Pullover auszuziehen, aber mit schien es noch zu kühl. Also weiter.

Nun folgte ein weiterer Aufschluss, der durch einen Steinbruch entstanden ist: die geologische Wand Kampmannbrücke. Hier kann man 50.000 Jahre Erdgeschichte mit Kohleflözen und Pflanzenfossilien anschauen. Stolleneingänge gab es auch. Zurück zur Ruhr und vorbei an einem niedlichen Klärwerk. Bei mir ging es zwischenzeitlich ohne Fleece-Pullover weiter. Eine Kapelle und ein weiteres Klärwerk und immer schön bergauf.

Vor dem Uhlenkrug-Stadion dann der VP 2. Hier gab es Würstchen, zwei Becher Cola und eine kurze Pause. Dann ging es auch schon weiter – bergauf natürlich. Endlich war der Hügel erklommen und es ging gleich wieder abwärts. Hier konnte man auch kurz einen Blick auf die Villa Hügel werfen. Danach war nichts mehr zu sehen. Es ging am Zaun des Gartens der Villa wieder bergab. Die Villa und der Hügelpark gehört heute der „Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung“.

Etwas östlich der S-Bahnstation „Essen-Hügel“ gelangte die Fiete-Fangruppe dann auf einen Single Trail, der entlang der Schienen, teils nicht ganz ungefährlich, nach Osten führte. Da gab es mehrere Abbruchkanten – bei Regen wäre das sehr gefährlich gewesen. Dann ging es wieder aufwärts. Nun kam ich richtig ins Schwitzen. Lag sicher auch an der Temperatur, es schien die Sonne und es waren an die 20°C. Die Krönung war dann ein Serpentinenweg, der in einen Single-Trail überging.

Dann ging es wieder durch bewohntes Gebiet – den Stadtteil Haarzopf. Ich war inwischen so dehydriert, dass ich mit an einer Dönerbude unterwegs zwei Dosen Cola kaufte. Dann folgte aber auch gleich auf einem Privatgrundstück der dritte VP. Hier gab es zwei Becher Wasser. Da der Platz nur begrenzt war, machten es sich viele Mitwanderer auf dem Boden gemütlich. Ich lüftete mal die Füße. Eine Blase spürte ich schon am linken Fuß. Mit zwei Fruchtgummiteilen ging es dann weiter.

Nun ging es weiter nach Kettwig und den Kettwiger Panoramasteig tangierten wir auch. Mit der Coladose am Rucksack ging es mit deutlich besser als zwischen VP 2 und 3. Vermutlich reine Psychologie – aber die Trinkflaschen hatte ich auch noch nie vergessen. Die Sonne war inzwischen hinter dicken Regenwolken verschwunden. Zweimal wollte ich schon die Regenjacke auspacken, weil es kurz etwas tröpfelte. Es hörte aber auch gleich wieder auf.

Nun ging es zurück zur Ruhr. Unterwegs gab es noch einen Sonder-VP, wo die Reste der anderen VP angeboten wurden. Ich trank nochmal zwei Becher Cola und setzte mich kurz hin. Dann erreichte ich an der Gaststätte „Zwölf Apostel“ wieder die Ruhr. Ein Frau rammte bei Ausparken ein anderes Auto, ich kringelte mich wegen des 40-Kilometer-Schildes. Die letzten 5 Kilometer nun ohne relevante Höhenmeter. Übrigens waren es am Ende 620 Höhenmeter.

Nun wurde es etwas voll auf dem Weg. Es gab viele Radfahrer und Spaziergänger. Irgendwo eine große Grillparty. Eine Kreuzung, bei Werden, musste auch noch überquert werden. Ich versuchte nochmal etwas schneller zu laufen. Leider war die Zeit schon drüber und am Ende waren es nur 4,7 km/h mit samt der Pausen. So langsam war ich lange nicht mehr. Im Ziel dann Medaille, Urkunde und so ein Zahlenteil für den Orden, Stempelheft bestempelt und einen schwarzen Schlüsselanhänger.

Da gab es, wie auch am Würstchenstand, eine recht lange Schlange. Deshalb gab es nur eine Finisher-Sinalco und dann brach ich auch schon zur S-Bahn auf. Da fing es auch schon wieder an leicht zu regnen. Ich zog den Fleece-Pullover wieder an und es ging mit der S6 zum Hotel. Am nächten Tag mit einem übervollen ICE zurück nachhause. Ich hatte aber extra einen Platz reserviert.

Videos gibt es von: Rolf Outdoor, Outdoor Bobbele und Dirk zu Fuß.

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