Für meinen ersten 100-Kilometer-Marsch habe ich mir den Ultra Walk in Magdeburg-Herrenkrug am 30.4. und 1.5.2026 vom Veranstalter Freshpepper herausgesucht. Der Marsch startete gleich an einem Hotel, bei dem man Zimmer buchen und ein Storchenpärchen beobachten konnte. Und der Marsch hatte nicht wirklich Höhenmeter, dafür war der Start 20:00 Uhr. Nach Magdeburg-Herrenkrug bin ich direkt mit einem übervollen RE11 gekommen. Von der Bahnstation fuhr dann eine Tram zum Hotel.


Im Hotel legte ich mich noch zwei Stunden hin, holte dann die Startnummer 10127 mit RFID und dann ging es auch schon los. Die 100-Kilometer-Strecke bestand aus zwei 50-Kilometer-Schleifen. In der ersten Schleife, die nur von den 100ern gelaufen wurde, führte über den Herrenkrug-Steg und dann nach Süden. Diese Schleife hatte die Form einer Acht, mit einem 5 Kilometer Mittelteil. Den ersten Teil der Strecke bin ich 2025 auf einem DVV-Wanderweg gelaufen.



So ging es mit ca. 5,5 km/h an der Stromelbe nach Süden und wir überquerten diese auf der Sternbrücke. Ich packte nun den Fotoapparat ein und die Stirnlampe aus. Das Licht war weg. Es ging weiter über den Werder durch den Rotehorn-Stadtpark zur Alten Elbe. Dort wartete ein Auto des Veranstalters mit Red Bull und Musik. Auf einem Deich ging es weiter nach Süden nach Prester und dann an einer Landstraße zum Kreuzhorst. Der Kreuzhorst ist ein Naturschutzgebiet.



Hier war es mit den guten Wegen vorbei: Kopfsteinpflaster aus dem Römischen Reich, naturbelassene Autofahrspuren und sonstige Blasenerzeuger. Alles schön im Schein der Kopflampen. Dann folgte der VP nach 17 Kilometern im Steinzeitdorf Randau. Hier trank ich ein Red Bull, einen Minikaffee und aß eine der mitgebrachten Buletten. Vorsichtshalber wanderten drei Traubenzucker-Tabletten in die Hosentasche.



Weiter. Unmittelbar nach dem VP kamen mir die ersten Läufer entgegen, die den unteren Teil der Acht schon absolviert hatten. Bei Kilometer 19 ging es dann in die untere Runde. Ich lief nach dem Komoot-Track nach rechts. Später kamen mir 5-6 Wanderer entgegen, die diese Runde andere herum liefen. Egal, aber lustig. Es ging auf einem kleinen Deich entlang. Ich lief drei Wanderern mit Musikbox hinterher. Die Ballermann-Schlager waren definitiv nicht mein Geschmack, aber zum Wandern ging es. Dann ging es ewig lang zwischen Straße und einer Deichmauer entlang. Da liefen zwei andere Wanderer vor mir, mit besserer Musik.



Dann würden die Schmerzen im rechten Fuß unerträglich und ich musste nachsehen. Unter dem Fußballen war eine Blase, die ich mir in Würzburg zugezogen hatte, am expandieren. Ich klebte ein Papiertaschentuch darunter, fünf Kilometer weiter dann ein Blasenpflaster. Endlich zurück im VP in Randau nunmehr mit 36 Kilometern auf dem Handy. Diesmal gab es nach dem Red Bull eine Kartoffelsuppe mit Würstchen. Ich war hier noch der Meinung, die zweite 50-Kilometer-Schleife in Angriff zu nehmen.



Weiter. Bei Kilometer 40 war dann die obere Runde der Acht erreicht und meine Stirnlampe verabschiedet sich. Ersatztaschenlampe. Zur Blase rechts gab es dann links Muskelschmerzen. Vermutlich weil ich den Fuß nun mehr belastete. Irgendwann wurde es dann schön: links der Vollmond im Nebel und rechts Sonnenaufgang. Die letzten Kilometer der ersten Schleife ging es wieder entlang der Elbe. Hier hatte ich dann schon beschlossen aufzuhören. Rote Ampeln ignoriert, quer durch eine Baustelle, Jahrtausendturm, Ebeling-Denkmal. Schluss nach 10 Stunden und 11 Minuten. Den dritten Stempel habe ich mir noch geholt.


Bis zum 2. Mai im Bett. Die Blase wurde mit Wundheilsalbe behandelt, mit Papierhandtüchern gepolstert und mit Binde fixiert. Sehr Schmerzhaft war aber die Muskelüberlastung. Ibuprofen, um überhaupt schlafen zu können. Am Nachmittag humpelte ich zum Cafe Verde für Kaffee, Kuchen und Störche angucken. Am 3. Mai dann Abreise, wobei ich beinahe die Tram verpasst hätte, weil das Hotel noch eine Bettensteuer von mir wollte. Nach der einen Haltestelle dann am Bahnhof Herrenkrug in den RE13.


Fazit: Ich habe mich sehr geärgert, denn hier hat mal alles gestimmt. Und dann halt so eine Mega-Blase. Ein paar Neuerungen bei dieser Wanderung werde ich zukünftig übernehmen: eingepackte Buletten waren sehr gut, ich kann die Schokoriegel und Fruchtschnitten nicht mehr sehen. Auch die Traubenzucker-Tabletten und vielleicht eine Dose Red Bull werde ich vermutlich zukünftig mit einpacken. Irgendwann Ende Mai oder erst im Juni wird es weitergehen.
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