Mammutmarsch Ruhrgebiet bei Nacht – Duisburg (2026)
Am 29.08.2026 trat ich zum neunten Mammutmarsch in Duisburg an. Mammutmarsch hatte ich nur gewählt, weil Harzmarsch und Megamarsch am selben Tag nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen waren. Nach Duisburg kam ich mit dem ICE und das Hotel lag direkt am Hauptbahnhof. Ich hatte noch ein paar Stunden Zeit um mich umzuziehen.



Vom Hauptbahnhof fuhr dann die Tram 903 zum Landschaftspark Duisburg-Nord. Die Tram war eine Stadtbahn und fuhr erstmal unterirdisch. Im Landschaftspark sollte dann 19:50 Uhr meine Startgruppe 12 auf der 42-Kilometer-Strecke in Richtung Bottrop-Tetraeder starten. Der „Landi“ ist ein stillgelegtes Hüttenwerk, welches 1902 von August Thyssen gegründet wurde. Direkt nach Aussteigen aus der Tram fing es an zu regnen. Schirm auf. Noch einen Kilometer zu laufen.



Ich holte mir die beiden Startbändchen, sowie einen Donut und einen Kaffee. Mein neuer Rucksack war leider nicht wasserdicht, deshalb musste der immer schön mit unter den Schirm. Allerdings waren die wichtigen Sachen nochmals extra wasserdicht eingepackt, so das alles nicht so schlimm war. Essen hatte ich diesmal garnicht dabei – nur den Plan anschließend am Hauptbahnhof bei McDonalds zu frühstücken.



Mammut! Marsch! Und los. Komoot gestartet. Über die App sollte ich mich die ganze Zeit aufregen. Zuerst ging es den „Grünen Pfad“ entlang. Das ist ein Geh-/Radweg und ein paar Radfahrer klingelten sich ab und an den Weg frei. Früher fuhr hier die Emschertalbahn, eine Güterbahn die ab 1872 gebaut wurde und die Zechen, Hütten, Kokereien und Kraftwerke miteinander verband. Den Weg sollten wir dann auch wieder zurücklaufen.



Dann bog der Weg zum Rhein-Herne-Kanal ab, dessen Verlauf wir nach Osten folgten. Der Kanal verbindet Duisburg mit Herne und musss mit 5 Stufen 36 Höhenmeter überwinden. Es folgte dann auch gleich die Schleuse Oberhausen. Diese hat zwei 190 Meter lange Schleusenkammern um 4,10 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Dann folgte noch eine niedliche Müllverbrennungsanlage. Nach acht Kilometern dann der VP 1 in Oberhausen beim Kaisergarten. Ich füllte die leere Flaschen mit Tee auf und machte die offenen Schnürsenkel wieder zu.



Der Gasometer Oberhausen, der mit 117,5 m Höhe und einem Durchmesser von 67,6 m größte Gasbehälter Europas, war dann noch beleutet im Dunkel zu sehen. Nun ging es nach Norden. Meine Theorie ist ja, dass jede längere Wanderung über eine Autobahn und an einem Friedhof vorbeiführt. Diesmal waren es die A3 und die A42 und der Westfriedhof Oberhausen-Lirich. Nun folgte aber noch ein Bestatter. Omega. Ein paar Meter weiter fragen Jugendliche, ob dies ein Spazierclub sei. Die Antwort einer genervten Wanderin: ja. Allgemeines Gelächter auf dem nächsten Kilometer. Ist ja nicht so falsch.



Da läuft man unschuldig zwanzig Kilometer durch den Ruhrpott und dann kommt die Treppe des Todes. Diese führt auf die Halde Beckstraße die mit 120m üNN zu Buche schlägt – wieder ein Gipfel bei Komoot. Hier habe ich mich an jeder Treppe mal paar Minuten hingesetzt – die Pumpe pochte einfach zu laut. Das hat dann doch viel Zeit gekostet. Zur Belohnung dann der Tetraeder – eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Nordrhein-Westfalen. Es ist eine dreiseitige Pyramide aus Stahl mit 60 Metern Kantenlänge und drei großen Aussichtsplattformen. Kleine Pause. Die Füße wurden gepudert, weil sie zu feucht waren. Zwei Gewürzgurken, weil es ab und zu krampfte. Auf der Nordseite führte dann ein Serpentinen-Weg wieder abwärts.



Der zweite Regenschauer setzte gegen 01:30 Uhr ein. Regenjacke und Schirm hatte ich noch griffbereit. Die ultimative Wasserschüttung. Leider wurden nun auch Schuhe und Strümpfe nass und ich musste mich unterstellen. Irgendwann lief ich weiter. Es war nun nur noch ein Slalom um die Pfützen. Schlammschlittern. Beim letzten VP, wieder am Rhein-Herne-Kanal, hätte ich mich beinahe in den Dreck gelegt. Am „grünen Bäumchen“ setzte ich mich ein paar Minuten hin. Komoot zeigte inzwischen nur noch Unsinn. Insgesamt gab es vier Pausierungen, obwohl das Handy in der Tasche war. Drecks-App.



Am Ende zog es sich endlos in die Länge. Es ging nochmal komplett um den Landi herum und am Ende: Höhenmeter. Schön mal hoch auf den Monte Thysso und genauso steil wieder herunter. Medaille, Finisher-Bändchen und Finisher-Cola. Dann lies ich mein Heft abstempeln und auch noch den Endgegner Essen nachtragen. Dann noch mal 700 Meter laufen und zurück zum Hauptbahnhof mit dem Shuttle-Bus. Feine Sache. Mäckes zwischen 5 und 6 Uhr leider zu. Hotelzimmer schlafen.



Die Rückreise nach Leipzig gestaltete sich dann etwas schwierig, da wegen Vandalismus gar nichts mehr fuhr. So bin ich dann schon eher zum Bahnhof und dann mit einem 40 Minuten verspäteten RE6 nach Dortmund. Weiter mit einem 90 Minuten verspäteten ICE547 nach Hannover. Dann mit einem IC nach Magdeburg und einem weiteren verspäteten IC nach Leipzig. Knapp 9 Stunden.
Videos: Hiking.Orange, Torsi geht wandern und Rolf Outdoor. Außerdem auf der 30 Kilometer-Strecke Dr.Urbex.