Rappbode-TS (2026)

Als nächste Seeumrundung im Rahmen der Iron Lake Challenge Sachsen-Anhalt stand am 01.08.26 die Rappbode-Talsperre an. Das ist die längste und anstrengenste Tour bei den zehn größten Seen. Ich habe eine Planung von Harald Lorenz (fit-wandern) verwendet, die auch noch fünf Stempel der Harzer Wandernadel beinhaltet. Herausgekommen ist ein Little Mammut – eine Tour die 30 km mit 560 Höhenmetern umfasst.

Wer keine Stempel der Harzer Wandernadel sammelt, oder diese schon hat, kann die Tour zusammenkürzen. Bereits die Planung war etwas schwierig, da eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Harz sehr schwierig ist. Das größere Problem war aber die Abreise, da der letzte Bus am Sonnabend um 19:17 Uhr bei Harzdrenalin abfährt und vorher sowieso nur alle zwei Stunden. Ich musste also 06:00 Uhr früh aufstehen und sollte dann Mitternacht ins Bett fallen.

Leztendlich bin ich dann 07:00 mit S5X nach Halle, dort weiter mit dem RE 4 nach Wernigerode. Dort war ich mal beim Bahnhofsbäcker und hab mich gestärkt. In Wernigerode, am Steig 8 des ZOB, ging es weiter mit dem Bus 260 bis „Rübeland, Talsperre“. Die Haltestelle liegt gegenüber des Parkplatzes von Harzdrenalin. Dort startete kurz vor 11:00 Uhr auch mein Komoot-Tracking. Die Haltestelle wird auch vom DB-Navigator gefunden, aber nicht von Google-Maps.

Es ging nun erstmal einen Fußweg hinauf zum Eingang der Titan RT und des Aussichtsturms. Dort begann dann ein kleiner Trampelpfad, den man leicht übersehen kann. Dieser Pfad überquerte erstmal den Straßentunnel der L96, wird dann etwas breiter und schließlich ein richtiger Wanderweg mit der Bezeichnung „Himmel und Hölle“. Die ersten drei Kilometer waren okay, die nächsten zwei Kilometer waren dann schon ein Aufstieg, zum Teil 8%, aber machbar.

Bis zum Kilometer 10 folgte dann die ersten naturbelassenen Wege. Da wurde es etwas schlammig, da es am Vortag geregnet haben soll. Ich hatte übrigens die Regenjacke zuhause vergessen. Am Anfang der Tour waren es noch 16°C am Ende dann 26°C. Ziemlich genau bei Kilometer 10 folgte dann der erste Stempelkasten für HWN56 (und einen Sonderstempel) mit einem Blick auf die Rappbode-Vorsperre. Die Rappbode ist der Hauptzufluss der Rappbode-Talsperre und wird hier zu Regulierung vorgestaut. Es geht über die Vorsperre.

Auf der anderen Seite folgte der erster (für mich) anstrengende Aufstieg. An der Schutzhütte (Kilometer 10,8) wäre dann die ersten Möglichkeit abzukürzen, wenn man die Stempel nicht will. Ansonsten führt ein Pfad über Wurzeln und Steine noch ein Stück höher und man hat nochmals eine schöne Aussicht auf die Rappode-Vorsperre. Dann geht es einen kleinen steilen Pfad nach unten, bevor wieder der nächste Anstieg folgt.

Am Ende des Anstiegs wartete die Trageburg bei 460 üHN. Von der Burg sollen noch Mauerreste vorhanden sein, ich habe aber keine gesehen. Dafür gab es eine Schutzhütte mit Stempelkasten für die HWN52 und noch ein paar Meter weiter eine schöne Aussicht auf das Vorbecken der Rappode. Hier ist auch die südliche alternative des Harzer Hexenstiegs ausgezeichnet. 2024 als ich den Hexenstieg lief, bin ich aber auf der nördlichen Route zur Talsperre Wendefurth gelaufen, wo die Rappbode in die Bode mündet.

Nun gab es einen moderaten Anstieg, gefolt von einem moderaten Abstieg zur zweiten Vorsperre. Unterwegs habe ich bei Kilometer 14,8 an einer Schutzhütte die Füße gepudert und mal den Dreck von den Socken entfernt. Die erste Flasche isotonisches Blau mit Erdbeergeschmack war nun auch alle. Ich hatte übrigens nur 1 Liter davon mit und nichts zu essen. Trotzdem sollte ich damit gut ins Ziel kommen. Nach dem Überqueren der Vorsperre folgt gleich recht, an einem Unterstand, ein weiterer Stempelkasten mit HWN53.

Ich hatte übrigens noch den GPX-Viewer mit der Karte der Harzer Stempel parallel zu Komoot laufen, damit ich keinen Stempel übersehe. Dann ging es wieder aufwärts. Bei Kilometer 18,4 könnte man dann zu Kilometer 20,4 abkürzen und fast zwei Kilometer abkürzen. Ich bin aber zu einer Hütte im Wald gelaufen, von der aus ein Weg zu einer schönen Aussicht auf die Talsperre abzweigt. Dort gab es früher vermutlich mal einen Stempelkasten, heute nicht mehr. Ein völlig zugewachsener Wanderweg. Zurück zur Hütte, noch einen Grenzstein entdeckt und dann weiter.

Die nächsten vier Kilometer habe ich überlegt, ob ich die folgenden zwei Stempel überspringe, um den Bus 17:17 Uhr noch zu kriegen, habe mich dann eber dagegen entschieden. Bei Kilometer 24,2 bin ich dann den steilen Pfad nach oben geklettert, habe die B81 überquert und stand vor der Harzköhlerei Stemberghaus. Dort gab es einen Stempelkasten mit HWN60, ein Köhlereimuseum und einen Shop. Ich habe keine Holzkohle gekauft, sondern bin den steilen Aufstieg wieder hinabgewandert. Den 800-Meter-Umweg hätte man auch überspringen können.

Bei Kilometer 25,4 hätte man dann nochmals fast zwei Kilometer überspringen können. Ich mühte mich aber den Berg hinauf. Es ist der Rotestein – der einzige Gipfel, den Komoot für diese Tour anzeigt. Oben wartete ein schöner Ausblick – etwas dunkel, da die Sonner gerade hinter einer Wolke war. Außerdem gab es einen Stempelkasten mit HWN54 (mein 19. Stempel) und zwei Radfahrer, die mich beim Aufstieg überholt hatten. Beim Abstieg ging es nach links in den Wald, auf einem Wanderweg der kaum zu erkennen war.

Schließlich landete ich beim Staudamm des Pumpspeicherbeckens Wendefurth von Vattenfall, dass das Wasser der Rappbode-Talsperre verwendet. Dort gab es nochmal Höhenmeter. Dann ein weiterer Kilometer und ich traf auf die L96 und gelangte dort entlang zur Staumauer und zum Ende der Titan RT. Das ist eine 483 m lange Fußgängerhängebrücke, die von Harzdrenalin betrieben wird. Zu sehen war auch Megazipline, wobei man in einem Flugnetz mit 85 km/h einen Kilometer und 120 Meter abwärts weit in den Abgrund fliegt.

Nichts für mich, ich bin über die Staumauer gelaufen. Diese ist mit 106 Metern die höchste in Deutschland. Hier gab es auch nochmal eine Aussicht auf den See der Rappbode Talsperre, die man allerdings nirgendwo wirklich ganz ins Bild bekommt. Die Talsperre stammt aus den 1950er Jahren, nach Planungen aus dem 19. Jahrhundert. Die Spruchinschriften („Großbau des Sozialismus“ usw.) sind noch dran,aber die DDR-Embleme wurde durch Kreise ersetzt. Nochmal den Aussichtsturm und den Megazipline-Startturm fotografiert und am anderen Ende des L96-Tunnels wartete die Bushaltestelle für die Rückfahrt.

Dort gab es erstmal ein Eis. Teuer, aber man kann es sich selber „zusammenbauen“. Ich hatte nun bis 19:17 Uhr Zeit, dann fuhr der letzte Bus nach Wernigerode. Ich setzte mich glücklich auf eine Bank, rieb mich mit den nassen Waschlappen ab und pflückte nochmal den Dreck von den Socken. Das war eine sehr schöne Tour, die richtig Spaß gemacht hat. Von Wernigerode ging es mit dem RE4 nach Halle und der S5 nach Leipzig. In Halle war ich nochmal bei nahkauf im Bahnhof einkaufen. 23:09 Uhr in Leipzig.

Alle von mir umrundeten Seen findet ihr unter Iron Lake Challenge Sachsen-Anhalt. Weitere Informationen und andere Challenges unter rockyourgoal.de.

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