Herbstwanderung Gommern (2026)

Herbstwanderung Gommern (2026)
Am 19. September 2026 ging es zur 50-Kilometer-Herbstwanderung nach Gommern veranstaltet von GKX Experience. Mit sehr wenig Schlaf ging es 6:21 Uhr zum Leipziger Hauptbahnhof. Vom Bahnhof des Ortes, den ich mit dem RE 13 gegen 7:25 Uhr erreichte, musste man allerding noch 2,7 Kilometer zum Plattensee laufen, der zwischen Dannigkow und Pretzien liegt. Den Weg sollte ich dann viermal an diesem Tag laufen. Zwei Kilometer entfernt bin ich 2026 beim Magdeburger Ultra-Walk entlanggelaufen.

Die über 50 Kilometer lange Strecke bestand aus zwei Schleifen mit 25 Kilometern und zwei Komoot-Tracks. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Start am Plattensee hatte ich mir überlegt, das Ganze als zwei Wanderungen nacheinander zu betrachten. Den Plattensee habe ich übrigens nicht gesehen. Dieser ist ein ehemaliger Steinbruch. In den 1960er Jahren wure der Abbaubetrieb eingestellt und aus der Grube entstand ein See. Der Campingplatz hatte ordentliche Toiletten und einen Snack-Automaten. Die Anmeldung war etwas verwirrend, denn es gab eine Frau mit meinem ungewöhnlichen Nachnamen auf der Liste.

Genau um 09:00 Uhr ging es auf die erste Schleife mit 25,8 km. Es regnete – aber nur einige Minuten. Der Weg führte zuerst nach Pretzien und dort zum Pretziener Wehr. Das Wehr trennt einen Altarm der Elbe – die Dornburger Elbe. Bei Hochwasserr kann bis zu einem Viertel des Elbewassers in den Altarm und dann in einen eingedeichten Umflutkanal geleitet werden, der an Magdeburg und Schönebeck vorbeifliesst. Gleich danach folgte die St.-Thomas-Kirche, die 1140 im Auftrag des Askaniers Albrecht der Bär aus Bruchsteinen errichtet wurde. Fast so wichtig wie das folgende Highlight: ein Trabi in metallic-rot.

Am VP bei 12,9 km gab es dann Kartoffeln mit Quark. Nicht für mich, ich trank Cola und futterte einen Riegel. Dann wurden die Trinkflaschen gefüllt. Für so einen kleinen Veranstalter wurde da ordentlich aufgefahren. Ich machte mich dann wieder auf den Weg. Die 28 Wanderer von der 50-Kilometer-Strecke hatten übrigens einen kleinen Schlüssel bekommen, zusammen mit einer Plastikkarte am grünen Band. Den Schirm und meine nebulus-Jacke wanderten in den Rucksack. Ich wanderte zurück nach Gommern.

In Gommern ging es zum Kolk. Dieser See entstand durch einen vollgelaufenen Steinbruch. Am See gibt es einen Aussichtsturm, einen Gsteinsgartne und eine Wanderdüne. Außerdem führte der Weg noch an der Ehle entlang, an der Wasserburg vorbei und dann auf dem vom Morgen bekannten Weg zum Campingplatz Plattensee. Dort ging es nach einer Pause auf die zweite Schleife mit 25,7 km. Es ging nun zum dritten Mal den bekannten Weg nach Gommern und dort durch eine kleine Schlippe zur Knickpromenade – die örtliche Hall of Fame.

Die folgenden Kilometer waren leider sehr trostlos. Nach der Magdeburger Straße ging es dann entlang der Bundesstraße B184 nach Wahlitz. Im Gewerbegebiet an der Magdeburger Straße wartete wenigstens eine Pferdekopfpumpe vom VEB Erdöl-Erdgas Gommern. Der Betrieb wurde nach der Wende von der Treuhand an Gaz de France verklingelt. Ich wanderte völlig alleine, es waren keine anderen Wanderer zu sehen. In Wahlitz wurde man dann von den verschiedenen Religionen begrüßt. Ich setzte mich dann auch mal hin.

Nun ging es in den Wald. Dort wartete ein niegelnagelneuer Beton-Radweg. Etwas überdimensioniert, darauf kann auch ein Auto fahren. Komoot schrieb mir hier einen Gipfel gut: den Schwarzen Berg. Habe ich nicht ganz mitbekommen. Nach etlichen Kilometern folgte dann die Klusbrücke. Die mehrmals sanierte Brücke über die Ehle stammt aus dem Mittelalter und wurde erstmals 1588 auf einer Zeichnung in der heutigen Form dargestellt. Ich überquerte die Brücke mit einem mulmigen Gefühl.

Weiter ging es zum eingedeichten Umflutkanal ohne Wasser. Hier war ein Mini-VP mit Nudelsalat, Cola und Bananen. Ich war sehr erstaunt, denn mir wurde erzählt, dass ich nicht der Letzte sei. Und tatsächlich waren wir dann letztendlich zu viert. Außerdem gab es wohl vier Wanderer, die die zweite Runde zuerst gelaufen sind und nun auf der anderen Strecke unterwegs waren. Ich füllte meine Flaschen auf, trank Cola und machte mich wieder auf den Weg.

Die letzten dreizehn Kilometer ging es dann zu dritt weiter – mit gewissem Abstand. Eine Frau blieb am VP zurück. Eine weiter Wanderin zog davon. So lief ich dann mit einem Wanderer aus Hamburg bis zum und durchs Ziel. Zwischendurch hatte ich noch „Am Walde“ ein Gespräch mit einer Katze, die dann aber wild davonrannte. Die letzten Kilometer war es dann Zeit für die Stirnlampe. Endlich im Ziel. Medaille und zwei Brause-Flaschen. Hinsetzen und Schuhe lüften.

Die Rückreise nach Leipzig war dann eine Tourtur. Nach einer dreiviertel Stunde Pause lief ich zum Bahnhof. Der letzte Zug, der nach Leipzig durchgefahren ist, war eine Stunde früher weg. Mit dem RE13 ging es nur bis Bitterfeld. Dort sollte ein Schienenersatzbus RE13 fahren. Der stand auch da, aber nur einer für 150 Passagiere. Gegen 23:20 kam ein weiterer Bus, aber nur ein Kleiner für 10 Passagiere. Totalversagen der DB. Ich bin dann mit der S-Bahn S8 nach Halle, wo ein Bus S5 zum Leipziger Hauptbahnhof fuhr. Gegen 2:00 Uhr war ich zuhause.

Zuhause stellte ich dann fest, dass sich eine unangenehme Blase direkt unter der Ferse des rechten Fußes gebildet hatte. Sehr ungünstige Stelle. In zwei Wochen will ich zum Berlin-Marsch starten. Das werden dann vermutlich unangenehme 50 Kilometer.

N/A