Auch dieses Jahr ging es am 3. Oktober zum Berlin-Marsch in die Hauptstadt. Dasselbe Hotel, derselbe Startplatz, aber eine völlig andere Strecke. Diesmal sollte es 50 Kilometer durchs Grüne nach Osten gehen. Die „Bergtour“ hatte 600 Höhenmeter. Nach Berlin kam ich am Vortag mit dem ICE 506, nach Friedrichshagen mit der Berliner S-Bahn S3. Dann zu Fuß zum Hotel. Auch dasselbe. Dort wegen Übermüdung ziemlich schnell weggeschlafen, aber noch vorher zum Edeka einkaufen.



Nach dem Aufstehen um 5:30 Uhr ging es kurz nach 6:00 Uhr zum Start am Sportplatz Hirschgartendreieck. Ich benutzte einfach die Navigation von der Wanderstrecke, da das Hotel auf der Strecke lag. Die Anmeldung lief sehr unkompliziert und ich heftete im Licht der Kopflampe die Startnummer an den Rucksack. Ich hatte extra die alte Kopflampe mit, da diese sehr wenig wiegt. Ich sah noch zwei Gruppen vor mir starten, bevor es dann pünktlich 07:00 Uhr auf die Strecke ging.



Diesmal ging es nach Norden entlang des Neuenhagener Mühlenfließ ins Naturschutzgebiet Erpetal. Dort verliesen wir Berlin und waren in Brandenburg. Es ging eher gemütlich los. In Heidemühle, dem nördlichsten Punkt der Wanderstrecke, bogen wir nach Osten ab. Hier ging es südlich der Alten Berliner Rieselfelder zur Krummendammer Heide nach Schöneiche. Ab 1876 wurden die Berliner Abwässer auf Rieselfeldern im Umland der Stadt Berlin verrieselt. Das letzte Rieselfeld wurde 2010 stillgelegt. In Schöneiche gab es den VP 1 bei Kilomter 8. Ein Becher Cola, kurz hinsetzen, weiter.



Vom VP 1 aus ging es nach Süden und dann auf dem Dahlwitzer Heuweg zu S-Bahnstation Rahnsdorf an der Bahnstrecke der S6 nach Erkner. Ein Stück die Straße entlang und dann ging es auf dem Schwarzen Weg in Richtung Eichberg bei Woltersdorf. Dieser Weg war zwar schnurgerade aber sehr wellenförmig. Das ist der Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug. In Woltersdorf liefen wir zur Schleuse zwischen Flakensee (Nordseite) und Kalksee (Südseite). Dort folgte auch der VP 2 bei Kilometer 17. Becher Cola, hinsetzen, Enten angucken, weiter.



Nach dem VP folgten direkt die beiden ersten Gipfel: der Hohe Zacken (101 Meter üNN) und der Kranichberg (105 Meter üNN). Bestimmt einen Liter verschwitzt. Der Aufstieg war eine verwitterte Holztreppe, die mühsam den Sand hielt. Der Sand machte mir ein paar Mühen – ein Teil der Strecke ähnelte Wattwandern. Weiter ging es wieder schnurgerade nach Osten mit einer Autobahnunterquerung. Dann bog die Strecke nach Süden ab und ich erreichte Grünheide. Nach der Überquerung der Neuen Löcknitz (westlich Werlsee, östlich Peetzsee) machte ich bei 24 Kilometern eine kleine Pause auf einer Sitzbank.



Frisch gestärkt ging es dann weiter nach Süden zur Alten Löcknitz. Dort ging es auf einem kleinen Waldweg, dem Löcknitztalweg, in Richtung Westen. Dieser wurde dann zum Froschbrückenweg und wir unterquerten die Autobahn A10 erneut. Nun ging es weiter zum Wupatzsee, wo wir auf einem schmalen Landstreifen zwischen See und Löcknitz wanderten. Dieser Landstreifen hatte etwas von Moor. Alles war nass, und wenn man nicht auf Baumwurzeln lief, federte der Boden leicht zurück. Ein seltsames Gefühl. Einen halben Kilometer weiter der VP3 an der Fangschleusenstraße. Cola getrunken. Wasserflasche mit Cola aufgefüllt.



Damit war Erkner erreicht. wir liefen an der Genezareth-Kirche vorbei auf der Friedrichstraße. Dort war Baustelle und junge Leute fuhren mit ihren Rollern durch die Wanderer. Noch eine Kirche: St. Bonifatius. Es ging um den Dämmeritzsee. Davon war nicht viel zu sehen. Über die Müggelspree auf den Köpenicker Werder und dort zum Müggelhort. Vorher noch quer über den Sandstrand am Kleinen Müggelsee. Zwischendurch fehlten Schilder und einige Wanderer verpassen den Strand. VP 4 am Großen Müggelsee. Cola und Flaschen mit Iso aufgefüllt.



Nun ging es idyllisch am Großen Müggelsee entlang. Dann ging es wieder nach Süden zu den letzten beiden Gipfeln. Es folgte der Aufstieg zum Großen Müggelberg. Fünf Wanderer quälten sich den steilen Weg hinauf, während uns noch ein Downhill-Radfahrer entgegenkam. Oben eine Sitzbank. Ich lief noch ein Stück weiter um, ein Foto vom Gipfelkreuz zu machen. Der Große Müggelberg ist die höchste natürliche Erhebung in Berlin. 114,7 Meter üNN – entstanden durch die Eiszeit. Kurze Pause, dann auf der westlichen Seite wieder runter.



Wenn es einen Großen gibt, so gibt es auch einen Kleinen Müggelberg. 88,3 Meter üNN. Der Treppenaufstieg des Todes. Himmelsleiter. Ich quälte mich da hoch, während zwei andere Wanderer fröhlich die Treppe hochhüpften. Dreißiger? Zwischendurch geduscht? Oben der Müggelturm und ein Restaurant. Dann ging es wieder abwärts. Zurück zum Müggelsee. Nochmal ungefähr fünfzehn Baumstämme. Auf der ganzen Tour habe ich mindesten dreißig Baumstämme überklettert. Oder vierzig? Was für eine Strecke…



Fünf Kilometer vor dem Ziel habe ich mich nochmal kurz hingesetzt, dann ging es zum Endspurt. Ich drehte nochmal auf und holte die anderen Wanderer nach zweieinhalb Kilometern wieder ein. Letztes Highlight dann der Fußgängertunnel unter der Müggelspree. Dann ging es in die Bölschestraße, am Hotel vorbei, zum Ziel. Am Sportplatz nochmal 5 Meter Sanddühne hinauf. Medaille, Urkunde, ein alkoholfreies Radler vom Sponsor und dann erstmal auf der Wiese chillen. Nach 20 Minuten ging es mit der Straßenbahn 60 zurück zum Hotel.



Die Rückreise war dann etwas umständlicher, da die S3 nicht fuhr. Es ging mit der Straßenbahn nach Schöneweide und dort mit der S9 zum Hauptbahnhof. Von dort fuhr ich mit einem pünktlichen ICE zurück nach Leipzig. Fazit: Schöne Veranstaltung und auch die einzige Wanderveranstaltung, wo man hinterher duschen kann.